„Komm! Bringt eure Last“ ist die Einladung und das Motto zugleich des diesjährigen Weltgebetstag am Freitag, 6. März 2026. Frauen aller Konfessionen laden weltweit zu Gottesdiensten und weiteren Veranstaltungen ein. Die zentralen Impulse zur Vorbereitung kommen dieses Jahr von Frauen aus Nigeria.

Auch in Bonn und der Region finden zahlreiche Veranstaltungen statt. Unter anderem im Evangelischen Gemeindeforum Auerberg ein Gottesdienst mit anschließendem Together bei Kostproben aus der Küche Nigerias. Einführung 18.30 Uhr, Feier des Gottesdienstes um 19.00 Uhr im Gemeindeforum (Helsinkistr. 4). Schauen Sie gerne auch bei Ihrer Kirche vor Ort, was angeboten wird. Die allermeisten Angebote haben ökumenischen Charakter und sind ohnehin offen für alle Interessierten.
Wie zum Beispiel auch in der katholischen Pfarrkirche St. Sebastian in Poppelsdorf (Kirschsllee) um 19.00 Uhr, ökumenischer Gottesdienst und Austausch im Abschluss gemeinsam mit der Lutherkirchengemeinde
Über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg engagieren sich Frauen beim Weltgebetstag dafür, dass Mädchen und Frauen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. So entstand die größte Basisbewegung christlicher Frauen weltweit. Lernen auch Sie die spannende Bewegung des Weltgebetstags kennen! Siehe: https://weltgebetstag.de
Einladung zur Demo am Internationalen Frauentag am Sonntag und zum Frauenstreik am Montag in Bonn
Zugleich lädt Pfarrerin Gruß auch im Namen der evangelischen Kirche mit ein zum Internationalen Frauentag jetzt m Sonntag, 8. März zu einer Demo auf dem Münsterplatz sowie „ENOUGH! GENUG!“ zum „Frauen*streik“ am Montag, 9. März, 12.00 -16,00 Uhr ebenfalls auf dem Münsterplatz:
Rote Stühle auf einem großen Platz. Menschen sitzen auf den Stühlen. Auf Schildern steht: Setz Dich hin, mach mal Pause und Frauen können sagen, wovon sie genug haben.
Frauen haben genug! Genug von systematischer Abwertung, von unbezahlter Care-Arbeit, von Femiziden, von patriarchalischen Machtstrukturen, vom Gender Pay Gap – die Liste ist lang! Deshalb nehmen sich am 9. März 2026 Frauen* an vielen Orten einen Tag frei – sie lassen bezahlte und unbezahlte Arbeit ruhen, sie streiken, sie tanzen, sie schreien, sie sind stumm. Sie füllen mit ihren Auftritten Straßen und Plätze. Unter dem Slogan ENOUGH! BASTA! gehen sie gemeinsam auf die Straße. Männer* sind dabei. Sie streiken mit, sie kümmern sich zuhause um die Care-Arbeit.
Die Isländerinnen haben es 1975 vorgemacht, als sie für einen Tag ihre Arbeit niederlegten und das Land zum Stillstand brachten.
Alle Informationen und Veranstaltungen am und um den 8. März finden Sie unter www.bonn.de/frauentag
TIPP: Hier auch die Einladung zum „Frauenmahl“ am 15. März 2026
Erklärung zum Weltgebetstags 2026
Die Bonner Pfarrerin und Synodalbeauftragte zum Thema im Kirchenkreis Bonn Dagmar Gruß erklärt zum Weltgebetstag:
„Heute feiern wir Weltgebetstag mit den Frauen in Nigeria. An ihre Seite stellen sich Frauen aus aller Welt.
Wir haben auf unserer WGT-Multiplikatorinnentagung der Evangelischen Frauen im Rheinland e.v. haben wir sehr unterschiedliche Fotos aus Nigeria gesehen: mondäne Frauen aus Lagos, wo Filmindustrie (Nollywood), Afro-Beats und eine reiche Kunstszene agiert und arme Wasserträgerinnen, die kaum das Nötigste für ihre Familien zusammenbringen und schlechter behandelt werden als Tiere. Es gibt in 12 Kommunen Nigerias aber auch christlich-muslimische Friedensinitiativen, die viel zur Traumaheilung beitragen und für Gewaltfreiheit einstehen.
In einem Pfarrhaus in Bonn haben wir bis vor kurzem eine nigerianische Christin beherbergt, die von Entführung und Lösegeldforderung betroffen war und viele Gewalterfahrungen in ihr Kirchenasyl mitbrachte. Mädchen werden in Gruppen entführt und als Sklavinnen verkauft. Freigekommene berichten von unzähligen Vergewaltigungen, Zwangskonvertierung und kehren oft als Schwangere zurück und werden von der eigenen Familie verstoßen. Seit 2014 (Kleinstadt Chibok im NO Nigerias) gibt es eine Kidnapping-Industrie mit Lösegelderpressung durch Islamisten und kriminelle Gruppen. Michele Obama hat die Bewegung #BringBackOurGirls unterstützt, seit 1989 hilft die Organisation ‚Center for Caring and Peace Initiatives‘ auf Inititative von Rebecca Dali, deren eigener Sohn vom Besuch eines Freundes nie zurückgekehrt war, den Frauen, Waisen und Gewaltopfern.
Das Titelbild der Graphikerin Gift Amarachi Ottah zeigt den beschwerlichen Weg der Frauen zur oft weit entfernten (12 km) Wasserstelle: rechts eine Igbo, in der Mitte eine muslim. Hausa, links eine Yoruba. Traurig, kritisch, müde und resigniert sehen sie aus. Die Frau ist in dieser patriarchalen Welt nichts wert, arbeitet und arbeitet. „Kein Fremder soll dich morden“, das wird Mädchen zum Gruß gesagt.
Seit 1961 wird der WGT in Nigeria gefeiert, in Abuja gibt es ein Ökumenisches Zentrum, die CAN= Christian Association of Nigeria arbeitet seit 2017 an dieser WGT-Ordnung. Sie sagen: ‚Wir Frauen erwarten kein leichtes Leben, aber dass Christus mit uns durch alle schweren Zeiten geht.‘
Matthäus-Evangelium Kap 11, Verse 28-30 ist der Bibeltext, den die Nigerianerinnen vom Zentralkomitee vorgelegt bekamen.
Gleichzeitig gibt es auch viele Hoffnungszeichen: Menschen gehen in Kirchen und hören das Wort Gottes, sie haben das Tanzen nicht verlernt und gründen Initiativen zur Befriedung und zur Verteilung der Güter, sie entwickeln Solidarität und erkennen die eigene Stärke, denn sie sind jung, sie sind kreativ.
Hoffnung finden, Haltung finden, Ruhe finden, Vertrauen finden, Stärke finden, Wege zum Frieden finden, unseren Auftrag finden, Heilung finden und an die Zukunft glauben im Dunkel der Zeit. Wie kann das gehen?
Durch die Bereitschaft zu teilen, sich um andere zu sorgen, Brände zu löschen, Güte und Fairness zu leben – Herzensgüte und Licht verbreiten, weil Gott es so will und Jesus voranging.
Die Ökofeministin Adenike Oladosu (*1994), Mitbegründerin von Fridays for Future in Nigeria, wird auch bei UN-Konferenzen gehört, gab 2025 ein Interview zum WGT. Sie sagt, die Kirchen haben großen Einfluss. Aber wenn sie politisch werden, gehen die Leute nicht mehr hin und fühlen ihr Vertrauen missbraucht. Sie sagt, wir sollen dafür beten, dass die Verantwortlichen in Nigeria ihre Herzen öffnen, sogar Trump, und sich für die Freiheit der Frauen, die Klimagerechtigkeit und die Einheit in Verschiedenheit einsetzen. Die Widerstandskraft der Frauen in Krisen sollte gesehen und gestärkt werden.“
(Zuletzt aktualisiert 06.03.2026 / ger)
