Die Evangelische Kirche auch in Bonn und der Region befindet sich mitten in großen Veränderungen. Jetzt werden die Weichen gestellt für die nächsten zehn Jahre, erklärt der Bonner Superintendent Dietmar Pistorius.

Am Samstag, 30. Mai 2026, tagt das evangelische Kirchenparlament, die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bonn. Dabei geht es unter anderem darum, „eine Zeitschiene für die Zukunft der drei Kirchenkreise in Bonn und der Region bis 2028 zu entwickeln“. Auch mit Blick auf die starke und vielfältige Arbeit der Diakonie in Bonn und der Region soll laut Superintendent Pistorius überlegt werden, „wie wir soziale und kirchliche Präsenz stärken und Konsolidierung aufstellen können“. Zudem geht es um ein „Leitbild Kirchenmusik“ bis 2035, nicht zuletzt auch als „ein wichtiger Träger des Kulturlebens in unserer Stadtgesellschaft“.
Superintendent Pistorius: „Ich wünsche mir, dass wir uns auch selbstkritisch und ehrlich fragen, warum wir was und wie machen und werden an diesen Leitfragen verlässliche Strukturen für die Zukunft aufbauen, um weiter mit unseren Angeboten auf Kirchengemeinde- wie Kirchenkreis-Ebene wahrnehmbar und wirksam in der Gesellschaft zu sein.“
Vor allem mögliche Doppelstrukturen sollen kritisch angeschaut werden. Zudem soll angesichts deutlich zurückgehender Kirchensteuer eine AG „Alternative Finanzierung“ einberufen werden. Der Kirchenkreis wie die Kirchengemeinden werden laut Finanzprognose in den nächsten fünf Jahren mit etwa 20 Prozent weniger Mitteln rechnen müssen, wenn nicht neue Geldquellen und Spenden gewonnen werden. „Das ist aber auch noch einmal eine Chance, unser Profil zu stärken“, betont Superintendent Pistorius. „Wir werden uns gut evangelisch gemeinsam abstimmen und fragen: Was wollen wir und was ist es uns wert?“
Erstmals spricht OB Guido Deus auf der Synode: Bedeutung der Kirchen in Bonn
Die öffentliche Tagung im Haus der Evangelischen Kirche Bonn (Adenauerallee 37) beginnt um 9.00 Uhr mit einer Andacht und endet voraussichtlich gegen 15.00 Uhr. Erstmals wird der neue Bonner Oberbürgermeister Guido Deus zum Auftakt ein Grußwort sprechen und dabei auch auf die Bedeutung der Kirchen für die Stadtgesellschaft eingehen.
Zudem wird für den Kreissynodalvorstand (KSV) die Nachfolge für die Duisdorfer Pfarrerin Dagmar Gruß, die in den Ruhestand geht, gewählt, der „Scriba“-Posten im KSV.
Die Kreissynode Bonn bildet sich aus den 71 gewählten Vertreterinnen und Vertretern aus den derzeit noch sieben evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises in den Kommunen Bonn, Alter und Bornheim sowie berufenen Mitgliedern aus dem öffentlichen Leben.
(17. Mai 2026 / ger)
