Wort zum Sonntag: Der gute Hirte

Klingt er schon etwas antiquiert oder ist er gar vom Aussterben bedroht? Mit Blick auf die Weltnachrichten könnte man das fast annehmen.  Doch es gibt ihn noch: den guten Hirten. Also der, der die Herde zusammenhält, der alle im Blick hat und sich aufmerksam kümmert, vor allem auch um die, die verloren zu gehen drohen.

Der gute Hirte: Bodenmosaik im Kloster Maria Laach (Foto: J. Gerhardt)

Ich denke an die Pflegerin und die Pfleger im Altenheim um die Ecke. Sie kennen jeden ihrer Bewohner, Tag und Nacht haben sie ein waches Auge und sind da, wenn sie gefragt sind, einer gefallen ist oder sich einsam fühlt.

Gute Hirtinnen und Hirten erlebe ich auch weiterhin in der Politik bei uns über alle Parteigrenzen hinweg. Was sie ausmacht, ist die Bereitschaft zuzuhören. Hass und Hetze sind ihnen fremd. Sie helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten und das mit Erfolg konkret vor Ort.

Ich denke auch an Menschen, die sich in unserer Kirche ehrenamtlich engagieren. Es sind allein in meiner Gemeinde mehr als 100. Im Besuchsdienst, im Krankenhaus, im Chor, in der Flüchtlingshilfe, im Kindergarten. Sie alle verbindet, dass jede und jeder auf seine Art Gemeinschaft stiftet.

Ihnen allen ist dieser Sonntag gewidmet, der „vom guten Hirten“, an dem wir im Gottesdienst den Psalm 23 beten „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“. Der davon erzählt, dass einen der Glaube nicht schwerelos über die dunklen Täler des Lebens hinweghebt, aber eben sicher und tröstlich hindurchführt. Und dass Jesus Christus, das biblische Vorbild des guten Hirten, einem dazu die nötige Kraft gibt und Mut macht, selbst ein Hirte für andere zu sein.
Joachim Gerhardt

Geistlicher Impuls

Kölnische/Bonner Rundschau

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressepfarrer des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das „Wort zum Sonntag“ in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de


(Text erscheint am 18.04.2026)
  • 16.04.2026
  • Red
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