Frieden und Gerechtigkeit sind seine großen Anliegen. Nach drei Jahrzehnten im Gemeindepfarramt hat er sie in den zurückliegenden sieben Berufsjahren zu seinem Hauptthema gemacht. Helmut Müller (66), Pfarrer im Regionalen Dienst Köln-Bonn der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), wird nun an Pfingsten in den Ruhestand verabschiedet. Im Gottesdienst um 11.00 Uhr in der Friedenskirche Kessenich.

Pfarrer Helmut Müller hat die internationalen Partnerschaften der evangelischen Gemeinden und Kirchenkreise in der Region Köln, Bonn, Euskirchen, Gummersbach und Siegburg unterstützt. Kongo, Namibia, Südafrika, Indonesien, Hongkong – in der evangelischen Kirche gibt es ein Netz jahrzehntelanger und jüngerer weltweiter ökumenischer Beziehungen. In diesen ist immer auch über Themen zu reden, für die Helmut Müller brennt: Aufarbeitung des Kolonialismus und der Geschichte der Mission, Antirassismus, Frieden und ein Finanz- und Wirtschaftssystem, das auf Gerechtigkeit, Teilhabe und Nachhaltigkeit basiert. Für den Kirchenkreis Bonn vor allem auch mit der sehr lebendigen Partnerschaft mit dem Kirchenkreis „Kusini A“ in Tansania.
Erlebt hat Helmut Müller seit seiner Einführung 2019 die Umstrukturierung des Dienstes: Anfangs hieß er noch „Gemeindedienst für Mission und Ökumene“ (GMÖ), daraus wurde der „Rheinische Dienst für Internationale Ökumene“(RIO), seit 2022 heißt es „Regionaler Dienst der VEM“. „Köln-Bonn“ ist eine von sechs Regionen. Sie umfasst die Kirchenkreise (mit den heutigen Namen) An der Agger, Bonn, Bad Godesberg-Voreifel, Köln-Linksrheinisch, Köln-Rechtsrheinisch sowie An Sieg und Rhein. Die Stelle ist derzeit zur Nachbesetzung ausgeschrieben.
„Wegen der Umkehr hin zu einem gerechten und friedlichen Miteinander und zu einem Lebensstil, der die Umwelt achtet“
Helmut Müller lag und liegt an „Wegen der Umkehr hin zu einem gerechten und friedlichen Miteinander und zu einem Lebensstil, der die Umwelt achtet“. Er übernahm konkrete Verantwortung zum Beispiel als Mitglied im Bündnisrat des Vereins „erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung“, der sich dafür einsetzt, dass den Lebensbedingungen von Menschen in verschuldeten Ländern des Südens mehr Bedeutung beigemessen wird als der Rückzahlung von Staatsschulden. Zu den Mitträgern gehören die Kirchenkreise An der Agger und Bonn.
Leidenschaftlich setzt er sich für eine Kirche auf dem Weg des gerechten Friedens ein, die gewaltfreien Formen der Konfliktlösung in den Mittelpunkt einer theologisch verantworteten Friedensethik und – Praxis stellt. Deshalb berät er auch weiterhin Menschen, die das im Grundgesetz verankerte Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Anspruch nehmen wollen und vertritt die EKiR in der bundesweiten Initiative „Sicherheit neu denken“.
Helmut Müller wurde in Mönchengladbach geboren. Nach dem Theologiestudium in Münster, Tübingen und Heidelberg kam er nach Oberhausen, zunächst als Vikar, bis 2019 zusammen mit seiner Frau, Pfarrerin Sonja Stauer-Müller, als Pfarrer der Evangelischen Markus-Kirchengemeinde Oberhausen. Dort ist er bis heute beheimatet – auch als Mitglied des Musik-Ensembles „Karibu Sounds of Marimbas“.
Im internationalen Pfingstgottesdienst am Pfingstsonntag, 24. Mai, 11 Uhr, in der Bonner Friedenskirche (Franz-Bücheler-Straße 10, 53129 Bonn-Kessenich) wird Pfarrer Helmut Müller im Namen der ganzen Region von der Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein, Almut van Niekerk, entpflichtet. Der Gottesdienst wird naheliegenderweise zusammen mit der Kisuaheli-Gemeinde gefeiert, die in Kessenisch beheimatet ist. Die Karibu Sounds of Marimbas sorgen für musikalischen Genuss.
Weitere Infos Regionaler Dienst der VEM: https://www.vemission.org/mitmachen/der-regionale-dienst
(20. Mai 2026 / A. Neumann / ger)
