Gemeinsam Gedenken am 10. November 2026 in Bonn

In dieser Zeit wieder so aktuell und so wichtig, ein Zeichen zu setzen für jüdisches Leben in Deutschland und gegen jede Form vom Antisemitismus. So lädt die Initiative zum Gedenken an die Bonner Opfer des Nationalsozialismus, zu der auch die Evangelische Kirche und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Bonn gehört, Dienstag, 10. November 2026, ein zur Erinnerung an die Pogrome vom November 1938 als auch in Bonn, Poppelsdorf, Beuel, Bad Godesberg und Mehlem die Synagogen brannten.

Zeichen setzen gegen Antisemitismus und für Menschlichkeit:  Konfirmandinnen und Konfirmanden der Bonner Lutherkirche putzen und pflegen wieder den Gedenkort an die 1938 zerstörte Poppelsdorfer Synagoge (Foto: J. Gerhardt)

Auftakt mit einer wie immer nachdenklich und persönlich berührenden Gedenkkonzert um 16.00 Uhr Gedenkkonzert im Foyer im Opernhaus (Am Boeselagerhof 1). Von dort geht es gemeinsam zur Gedenkfeier am Synagogen-Mahnmal (Moses-Hess-Ufer) um 17.00 Uhr. Dort sprechen der Bonner Oberbürgermeister Guido Déus und Jakov Barasch, Vorsitzender der Synagogengemeinde Bonn, und zünden Lichter an in Gedenken an die Opfer der Schoah.

Das ganze Programm hier: Einladung 2026 Gedenken Novemberpogrom

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Konfirmanden der Lutherkirche pflegen ab sofort den Gedenkort an die Poppelsdorfer Synagoge

Nie wieder Antisemitismus: Konfirmanden der Lutherkirche säubern den Gedenkort an die Poppelsdorfer Synagoge zum Pogromgedenken (Foto: J. Gerhardt)

Auch in den Stadtteilen gibt es am 9. und 10. November wie jedes Jahr dezentrale Gedenkveranstaltungen zumeist an den Erinnerungsorten an jüdisches Leben. Zum Beispiel am Montag, 9. November, um 18.00 Uhr am Mahnmal der Alten Poppelsdorfer Synagoge (Jagdweg). Der Ort ist gerade von Konfirmandinnen und Konfirmanden der Lutherkirchengemeinde dafür vorbereitet worden. Das heißt: Säckeweise Laub entfernen, auch Müll. Die Menora und den Gedenkstein säubern. Auch unter dem Zuspruch der überraschten Nachbarschaft über 25 so aktive Jugendliche hat es allen Spaß gemacht. Nicht zuletzt die Musik zog weitere Interessierte an. Pfarrer Erik Nestler spielte auf dem Saxophon wunderbar die jüdische Hoffnungsweise „Freunde, dass der Mandelzweig“.

„Haltung entwickeln gegen Antisemitismus“

Die Beschäftigung mit den jüdischen Wurzeln der eigenen Religion ist jedes Jahr fester Programmpunkt im Konfirmationsunterricht. Immer auch mit dem Besuch in der neuen Bonner Synagoge. „Eine klare Haltung gegen Antisemitismus muss in jeder Generation neu gelernt werden“, so Pfarrer Joachim Gerhardt, der auch Vorstand der Christlich-Jüdischen Gesellschaft in Bonn ist. „Wir wollen die Jugendlichen in der Kirche gegen jede Form von Menschenverachtung immun machen.“

Im Anschluss an das Pogromgedenken an der Ecke Jagdweg/Bennauer Straße veranstaltet die SPD Poppelsdorf/Südstadt wieder einen Stolpersteine-Rundgang, zu dem alle Anwesenden herzlich eingeladen sind.

Gedenken auch in Bad Godesberg, Beuel und Bornheim

Auch in den weiteren Stadtteilen, zumeist an den Orten jüdischen Lebens und jüdischer Geschichte, laden Initiativen ebenfalls mit Beteiligung der evangelischen Kirche zum Gedenken ein. In Bad Godesberg am 9. November, 17.30 Uhr in der Oststraße (Nähe Moltkeplatz). In Beuel auch am 9.11. unter anderem im Jungen Theater mit der Beueler Gesamtschule. Ebenso gibt es mit Beteiligung der evangelischen Kirchengemeinde Vorgebirge in Bornheim auch ein ökumenisches Gedenken.

(21.10.2026 / zuletzt aktualisiert: 05.11.2026 / Joachim Gerhardt)

Gegen das Vergessen: Gedenkort an die von den Nazis 1938 zerstörte Bonner Synagoge am Rheinufer (Foto: J. Gerhardt)