Wort zum Sonntag: Wo der Honig fließt

Was kostet ein Glas Honig, wenn die Biene Mindestlohn bekäme? Für 500 Gramm 300.000 Euro. Es ist wunderbar, was uns die Natur an Lebensmitteln zur Verfügung stellt und das unglaublich kostengünstig.

Ein Lebensmittel für Leib und Seele: Ich liebe Honig (Foto: Gerhardt)

Daran möchte ich denken und dafür danken, wenn wir nächsten Sonntag Erntedank feiern. Das Fest des Kirchenjahres scheint für viele aus der Zeit gefallen zu sein. Dabei ist es aktueller denn je. Denn nichts was im Supermarktregel steht, ist im Supermarkt entstanden. Es braucht Felder, Wiesen und Weiden und vor allem Insekten wie die Biene, die durch Bestäuben unsere Welt so fruchtbar hält. 75 Prozent der Nutzpflanzen beruhen auf Bestäubung, 75 Prozent aller Insekten sind aber auch vom Aussterben bedroht.

Unser Glauben weiß um die Bedeutung der Natur. In der Bibel symbolisiert der Honig ein Leben in Fülle und Segen. Deutlich wird das durch den Ausdruck von dem „Land, in dem Milch und Honig fließen“ – das „gelobte Land“, also der Ort einer guten und sicheren Zukunft für alle Menschen. Das gilt heute nicht weniger als vor 2.500 Jahren.

Danke also, liebe Biene. Du bist ein wahrer Leistungsträger unserer Wertschöpfungskette. Die Stiftung „Gesunde Erde – gesunde Menschen“ des Arztes und Wissenschaftsjournalisten Eckart von Hirschhausen startet jetzt die Kampagne „Echte Leistungsträger“ , um die Augen zu öffnen für dieses Geschenk der Schöpfung und für den Artenschutz sensibler zu machen. Unsere Kirche ist mit im Boot, denn die Bewahrung der Schöpfung ist unser Auftrag.

Bestäuber erbringen 430 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung pro Jahr, haben Experten errechnet. Über die Hälfte aller Arzneistoffe stammen aus der Natur. Zehn Prozent mehr Vogelarten steigern messbar die Lebenszufriedenheit von Menschen. Alles ein guter Grund, ganz herzlich Ernte-Dank zu sagen. Joachim Gerhardt

Weitere Infos zur Kampagne: https://stiftung-gegm.de/kampagne-echte-leistungstraeger

Geistlicher Impuls

Kölnische/Bonner Rundschau

Joachim Gerhardt, Pfarrer an der Bonner Lutherkirche und Pressepfarrer des Kirchenkreises Bonn, schreibt alle drei Wochen das „Wort zum Sonntag“ in der Gesamtausgabe der Kölnischen/Bonner Rundschau, auf Seite 4 in der der großen Tageszeitung in der Köln-/Bonner Region. Hier erfahren Sie mehr: www.rundschau-online.de


(Text erscheint am 20.09.2025)